Was ist das Problem?

Unsere Ozeane sind in Gefahr. Die Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organisation of the United Nations, FAO) schätzt, dass 91,1 % der weltweit befischten Bestände voll befischt oder überfischt sind. Seit der Einführung moderner, industrieller Fischfangtechniken hat die weltweite Fischereiwirtschaft eine erdrückende Überkapazität erreicht und Fischbestände stark dezimiert.

Die Auswirkungen der legalen Fischerei liefern für sich schon genug Anlass zur Sorge um die Artenvielfalt der Meere, auch ohne die immensen Schäden, die durch Illegale, Unangemeldete und Unregulierte (IUU) Fischerei angerichtet werden. Doch der unerlaubte und unkontrollierte Fischfang verhindert, dass sich gefährdete Fischarten erholen und verschärft die ohnehin schon katastrophale Situation.

Die schiere Weite der Meere (71 % der Erdoberfläche sind mit Ozeanen bedeckt) in Kombination mit einem alarmierenden Mangel an international anerkannten und durchgesetzten Regularien sowie unzulängliche Schutzmaßnahmen für lebende Meeresschätze verstärken Ausmaß und Schwere des Problems.

FAO schätzt, dass IUU Fischerei den Meeren jährlich bis zu 26 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte, mit einem Wert von bis zu 23 Milliarden U$ Dollar entreißt. Diese Zahlen legen nahe, dass die IUU Fischerei den größten Einzelanteil an globaler Fischerei hat.

 

Zustand der weltweiten Meeresfischerei

Zustand der weltweiten Meeresfischerei

 

Anteile am weltweiten Fischfang

Anteile am weltweiten Fischfang

 

China steht mit einer Produktion von 16,2 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchten (2012) an der Spitze der Länder mit der größten Fischereiwirtschaft. Der Gesamtfang der weltweiten legalen Fischerei betrug im Jahr 2012 91,3 Millionen Tonnen. Daraus ergibt sich, dass die IUU Fischerei für ein Viertel des globalen Fischfangs verantwortlich ist. FAO schätzt, dass in einigen wichtigen Fischereien der Anteil der IUU Fischerei bis zu 30 % des Gesamtfangs ausmacht; in manchen Fällen ist der Fang der IUU Fischerei dreimal so hoch wie die vorgegebene Fangquote. Der derzeitige Umfang der Ausbeutung der Meere ist umweltschädigend und in keinster Weise nachhaltig.

IUU Fischerei birgt nicht nur die Gefahr der Erschöpfung von Fischbeständen und der Zerstörung weltweiter Meeresökosysteme, sondern gefährdet die Existenzgrundlage vieler Menschen in Küstenregionen (v.a. in Entwicklungsländern), die Fischereiwirtschaft, die (sozial-) wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherheit auf See.

Weltweite Legale Fischerei seit 1950

Weltweite legale Fischerei seit 1950

 

Wie ist IUU Fischerei definiert?

Illegale, Unangemeldete und Unregulierte (IUU) Fischerei ist ein weitreichender Begriff, der eine Vielzahl verbotener Fischereiaktivitäten beschreibt. IUU Fischerei findet meist in Hochseegewässern und den 200 Seemeilen weiten Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) von Küstenstaaten statt. Allerdings besteht das Problem auch in der Binnenfischerei. Schätzungen der Fangmengen machen deutlich, dass v.a. der Umfang der IUU Meeresfischerei ein katastrophales Ausmaß erreicht hat.

Illegale Fänge werden sowohl von genehmigten als auch von ungenehmigten, nationalen oder ausländischen Schiffen eingeholt; betrieben unter Billigflaggen, aber auch unter Flaggen von Staaten, die Unterzeichner von internationalen Fischerei- und Meeresschutzabkommen sind.

 

Aufteilung von Küstengewässern und der Hochsee nach dem UN Seerechtsübereinkommen. Quelle: Neuseeländisches Ministerium für Umwelt

Aufteilung von Küstengewässern und der Hochsee nach dem UN Seerechtsübereinkommen.

Illegale Fischerei umfasst Fischen ohne Lizenz, mit verbotenem Fanggerät, in für die Fischerei geschlossenen Zonen oder Fischen nach verbotenen Arten. Illegale Fischerei erfolgt in Gewässern unter staatlicher Jurisdiktion und ohne die Zustimmung des Staates oder in Zuwiderhandlung seiner Geseztgebung. Illegale Fischerei betreiben auch solche Schiffe, die zwar Flaggen von Staaten führen, die Unterzeichner von Fischerei- und Meeresschutzabkommen sind, aber gegen internationale Vereinbarungen verstoßen. Illegaler Fischfang ist gesetzeswidrig.

Unangemeldete Fischerei beschreibt Fangtätigkeiten, die nicht gemeldet oder nicht richtig gemeldet wurden. Dies geschieht hauptsächlich in Küstengewässern, wenn Fischereifahrzeuge mit Lizenz mehr fangen als sie dürfen und ihre Fänge niedriger oder überhaupt nicht angeben. Jedwede Fischfangtätigkeit, die gemeldet werden muss, aber nicht (richtig) gemeldet wurde, ist gesetzeswidrig.

Unregulierte Fischerei findet im größten Ausmaß auf der Hoher See statt. Die Hohe See macht 40 % der Oberfläche der Erde aus und liegt jenseits von nationaler Jurisdiktion und AWZ. Schiffe, die sich an unregulierter Fischerei beteiligen, führen oftmals Billigflaggen oder sind sogar flaggenlos und umgehen so internationale Abkommen und Vereinbarungen. Unregulierte Fischerei erfolgt auch in Gebieten oder zielt auf Arten ab, die keinen Regularien unterliegen.

Unregulierte Fischerei wird nicht immer als illegal angesehen, da sie nicht zwingend nationale Gesetze bricht, auch wenn sie gegen internationale Abkommen verstößt. Unabhängig davon hat diese Form des Fischfangs eine vernichtende Wirkung auf Fischbestände und andere Meereslebewesen. Der Mangel an Regularien zum Meeresschutz und die Durchsetzung in internationalen Gewässern bildet den perfekten Nährboden für illegale und unregulierte Fischerei auf Hoher See.

IUU Fischerei bricht –im besten Fall missachtet sie- bestehende Fischereirechte und -gesetze, auf nationaler und internationaler Ebene.

Um die offizielle Definition der Europäischen Union (EU) von IUU Fischerei einzusehen, bitte hier klicken (S.9f).

IUU Schiffe operieren auf allen Meeren.

Viele IUU Schiffe wechseln regelmäßig ihre Namen und Flaggen, um so der Strafverfolgung zu entgehen. Photo: CCAMLR

Viele IUU Schiffe wechseln regelmäßig ihre Namen und Flaggen, um so der Strafverfolgung zu entgehen.

Ein Schiff entläd seinen IUU Fang auf See. Solche Umladungen dienen regelmäßig dazu den Ursprung des illegalen Fischs zu verschleiern. Photo: Kieran Kelleher/Marine Photobank

Ein Schiff entläd seinen IUU Fang auf See. Solche Umladungen dienen regelmäßig dazu den Ursprung des illegalen Fischs zu verschleiern.

 

Welche Auswirkungen hat IUU Fischerei?

Es ist schwierig, das genaue Ausmaß der IUU Fischerei und die Auswirkungen auf das Ökosystem Meer zu bestimmen. Es ist im Interesse derer, die sich an IUU Fischerei beteiligen, keine akkuraten Fangdaten anzugeben und unbeobachtet vorzugehen. Zudem ist unser Verständnis von Fischpopulationen und ihren Dynamiken immer noch unvollständig. Es können nur Vermutungen und Berechnungen basierend auf Schätzwerten angestellt werden. Doch selbst die optimistischste dieser Berechnungen zeichnet ein alarmierendes Bild für die Zukunft unserer Ozeane.

Wir wissen, dass die weltweiten Fischbestände in verheerendem Maße schwinden. 93 % der Bestände im Mittelmeer sind laut einer EU-Analyse überfischt. Im letzten Jahrzehnt sind kommerziell genutzte Fischbestände im Nord Atlantik, wie Kabeljau, Seehecht, Schellfisch und Flunder, um 95 % gefallen. Die Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) befindet fünf der acht Thunfischarten für gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Jüngste Berichte zeigen einen 90 %igen Rückgang globaler Raubfischpopulationen. Eine Studie des Nationalen Zentrums für ökologische Analyse und Synthese (NCEAS) in Kalifornien sagt voraus, dass basierend auf heutigen Trends, jeder Bestand von wild gefangenem Fisch und Meeresfrüchten im Jahr 2048 kollabiert sein könnte.

Es ist bekannt, dass IUU Fischerei wesentlich zur Überfischung beiträgt. Laut der Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organisation of the United Nations, FAO) werden bis zu einem Drittel der weltweiten Fischfänge illegal oder unangemeldet eingeholt. Unangemeldete und nicht richtig gemeldete Fänge machen nachhaltigen Fischfang zu einem Ding der Unmöglichkeit und untergraben Schutzmaßnahmen, vor allem wenn IUU Fischerei auf erschöpfte Populationen und Jungtiere abzielt oder in für die Fischerei geschlossenen Zonen erfolgt.

 

Seit 1950 sind die Großfischbestände um 90% gefallen.

Seit 1950 sind die Großfischbestände um 90% gefallen.

 

Abnahme der Biomasse im Meer

Abnahme der Biomasse im Meer

Zusätzlich zu den direkten Auswirkungen auf die Zielart, führt IUU Fischerei noch zu vielen weiteren Problemen und Bedrohungen. Beifang, sowohl in der kommerziellen als auch in der IUU Fischerei, trägt signifikant zur Schädigung der Meere bei. Beifang sind Arten, die mit der Zielart mitgefangen werden. FAO schätzt, dass ein Drittel des weltweiten Fischfangs als Beifang über Bord geworfen wird. Zu diesem Zeitpunkt sind diese Tiere längst tot. Beifang beschränkt sich nicht auf normalerweise gefangene Arten oder Fische einer unliebsamen Größe, sondern umfasst zudem Wale, Delfine, Seevögel, Schildkröten, Haie, Rochen und weitere Meereslebewesen. Beifang kann gravierende Auswirkungen auf Fischbestände haben, vor allem wenn es sich um Arten mit geringen Fortpflanzungs- und langsamen Wachstumsraten handelt.

Der Gebrauch von verbotenen und destruktiven Fischereigeräten und Fangmitteln zerstört Meeresböden, Riffe und führt zu höheren Beifangmengen. Fischnetze, die über Bord geworfen werden, anstelle ordnungsgemäß an Land entsorgt zu werden, werden zu Treibnetzen oder ‘Geisternetzen‘. Geisternetze treiben über Jahrzehnte hinweg durch die Meere und werden zur Todesfalle für viele Meerestiere. Diese Konsequenzen der IUU Fischerei untergraben die Produktivität und Biodiversität der Ozeane und stellen eine schwere Bedrohung für Lebensräume im Meer dar.

IUU Fischerei ruft weitreichende ökonomische Probleme und Verluste hervor. Die IUU Fischerei landet jährlich Fisch im Wert von 23 Mrd. U$ an, ein riesiger Fang auf den keine Steuern oder Abgaben gezahlt werden. Einem Bericht der UN von 2008 zufolge, verlieren die globalen Fischfangflotten zusätzlich jährlich 50 Milliarden U$ Dollar durch erschöpfte Fischbestände und unzureichendes Fischereimanagement.

Eine Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) ist Fischern zum Opfergefallen. Unechte Karettschildkröten sind vom Aussterben bedroht. Etwa 200.000 von ihnen verenden jährlich als Beifang. Photo: NOAA

Eine Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) ist Fischern zum Opfergefallen. Unechte Karettschildkröten sind vom Aussterben bedroht. Etwa 200.000 von ihnen verenden jährlich als Beifang.

Ein Seelöwe erstickt qualvoll in einem Geisternetz. Photo: Save Our Seas Ltd./Tom Campbell-Marine Photobank

Ein Seelöwe erstickt qualvoll in einem Geisternetz.

Das Plündern der weltweiten Fischpopulationen bringt immense Schäden und Nachteile für Küstenregionen und die Kleinfischerei, vor allem in Entwicklungsländern. Der Diebstahl von Ressourcen, die Lebensgrundlage für einheimische Fischer sind, ist eine Bedrohung für Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung. Die Unfähigkeit armer Staaten die Fischerei in ihren Gewässern zu kontrollieren und zu managen, führt zu enormen finanziellen Verlusten.

Viele Firmen, die an IUU Fischerei beteiligt sind betreiben Schiffe unter Flaggen, die niedrige oder gar keine Standards für soziale Sicherheit oder Sicherheit auf See bieten. Der Mangel an international anerkannten Regularien an Bord von IUU Schiffen führt zu schockierenden Lebens-, Sicherheits- und Arbeitsbedingungen. Die Besatzungen dieser Schiffe arbeiten häufig ohne Verträge und Versicherungen. Oft erhalten sie nur einen Teil, bisweilen auch gar nichts des versprochenen Lohns. Zwangsarbeit und das Zurücklassen von Besatzung in ausländischen Häfen sind auf illegalen Schiffen verbreitete Methoden.

Die meisten IUU Aktivitäten werden als Wilderei angesehen. IUU Fischerei ist außerdem oft in transnationales und organisiertes Verbrechen, Piraterie, Sklaverei, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel involviert. IUU Fischerei raubt der globalen Gemeinschaft Fisch und handelt in völliger Missachtung von nationaler und internationaler Gesetzgebung.

Die Kleinfischerei lohnt sich für immer weniger Menschen. Durch industrielle und IUU Fischerei sind die Meere leergefischt, mit traditionellen Methoden können keine ertragreichen Fänge mehr eingeholt werden. Photo: Mohammad Mahmudur Rahman, CC 3.0

Die Kleinfischerei lohnt sich für immer weniger Menschen. Durch industrielle und IUU Fischerei sind die Meere leergefischt, mit traditionellen Methoden können keine ertragreichen Fänge mehr eingeholt werden.

 

Wer betreibt IUU Fischerei?

Eine Vielzahl von Schiffen und Betreibern sind in IUU Fischerei involviert. Oft sind es Schiffe, die zwar eine Fanglizenz halten, aber über ihre Quote hinaus fischen, verbotene Arten fangen oder Fänge nicht angeben. Es gibt aber auch völlig illegal operierende nationale oder ausländische Fischfangfahrzeuge. IUU Fischerei wird von verschiedensten Tätergruppen begangen, von Kleinwilderern bis hin zu international agierenden Verbrechersyndikaten.

Die weltweite Fischfangflotte wächst kontinuierlich weiter, dem Rückgang von Fischpopulationen zum Trotz. Die Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organisation of the United Nations, FAO) schätzt, dass 2012 die Anzahl der Fischereifahrzeuge 4,72 Millionen betrug; 3,2 Millionen davon agieren auf den Meeren. Die globale Fischfangflotte übersteigt bei weitem was nötig ist, um die weltweiten Fangquoten zu erfüllen. Es stellt sich also die Frage, warum gibt es so viele Fischerschiffe und was machen sie alle?

 

Die Hafenstadt Karachi in Pakistan. Die Größe der weltweiten Fischfangflotte ist erdrückend. Photo: Murtaza Imran Ali, CC 2.0

Die Hafenstadt Karachi in Pakistan. Die Größe der weltweiten Fischfangflotte ist erdrückend.

Für jedes Schiff besteht die Pflicht, sich im Schiffsregister eines Staates zu registrieren und dessen Flagge zu führen. Durch die Registrierung ist das Schiff den Gesetzen und Regularien des jeweiligen Staates unterworfen. Traditionelle Register akzeptieren nur Schiffe deren Eigner die Staatsangehörigkeit des jeweiligen Staates hat. Register, die auch für Schiffe mit Eignern anderer Nationalität offen sind, nennt man Offene Register; unter ihnen gibt es die sogenannten Billigflaggenregister. Billigflaggen haben unterdurchschnittliche Standards, die dem Eigner erlauben die Unternehmenskosten gering zu halten und Gesetze zu umgehen. Das Zahlen von Steuern, Abgaben und angemessenen Löhnen ist in solchen Staaten leicht zu vermeiden, es gelten niedrige Standards für die Anzahl und Qualifikation der Besatzung an Bord und es fehlt an Sicherheitsanforderungen und behördlicher Kontrolle. Billigflaggenstaaten halten die Schiffe in ihren Registern kaum bis gar nicht zur Einhaltung von Fischerei- und Meeresschutzabkommen an. Eine Billigflagge kann auch dabei helfen die Identität des Eigners anonym zu halten. All dies öffnet Tür und Tor für kriminelle Machenschaften.

Die Größe der IUU Fischereiflotte ist besorgniserregend. Alleine im Jahr 2005 registrierten 14 Staaten, die als Billigflaggen bekannt sind, 1.267 Hochseefischerboote. Nur 188 dieser Schiffe hatten eine Fischfanglizenz. Die Umstände lassen vermuten, dass ein erheblicher Anteil dieser Schiffe ohne Lizenzen in IUU Fischerei verwickelt ist.

Die IUU Fischerei setzt die gleichen hoch industriellen Methoden ein, die in der legalen Fischerei genutzt werden; die IUU Flotte ist modern und gut ausgestattet. 12 % der industriellen Großfischereischiffe, die zwischen 2001 und 2003 gebaut wurden führen Billigflaggen oder werden unter ‘unbekannter Flagge‘ geführt.

Geschätzte 64.000 Großfischereischiffe operieren derzeitig auf den Meeren. Diese Zahl ist dreimal so hoch wie die Zahl der Fischereifahrzeuge, die bei der Internationalen Seefahrts-Organisation (International Maritime Organization, IMO) registriert sind. Es ist wahrscheinlich, dass ein überwältigend großer Anteil dieser Schiffe IUU Fischerei betreibt.

Honduras ist als Billigflaggestaat bekannt. Sehr viele Hochseefischerboote sind hier registriert, viele halten keine Fischfanglizenz. Photo: J Stephen Conn, CC 2.0

Honduras ist als Billigflaggestaat bekannt. Sehr viele Hochseefischerboote sind hier registriert, viele halten keine Fischfanglizenz.

 

Weshalb gibt es IUU Fischerei?

Für den Verbraucher ist es unmöglich IUU ‘Schwarzfisch‘ von legal gefangenem Fisch zu unterscheiden. Praktisch an jeder Stelle des Warenweges, vom Einholen über Umladungen des Fangs auf See, Verarbeitung, Löschen, Groß- und Einzelhandel bis hin zum Verkauf an den Konsumenten: IUU Unternehmer haben viele Wege gefunden Schwarzfisch unter legalen Fisch zu mischen. Kontrollketten und –mechanismen sind fragmentarisch und unverlässlich. Studien berichten, dass bis zu 50 % des in Europa verkauften Fisches illegal gefangen wird. Schwarzfisch gibt es in den Supermärkten, nicht auf Schwarzmärkten.

Die hohe Marktnachfrage macht IUU Fischerei noch reizvoller und gewinnträchtiger.

Hohe Marktnachfrage macht IUU Fischerei  gewinnträchtig.

Der Appetit der Welt auf Fisch steigt stetig. Der weltweite Prokopfkonsum schoss von durchschnittlich 9,9 kg in den 1960ern auf 19,2 kg im Jahr 2012. Es gibt heute mehr als zweimal so viele Menschen, die jeweils doppelt so viel Fisch essen. Es ist kaum möglich solche Mengen nachhaltig zu produzieren, das macht die IUU Fischerei noch profitabler. Bedrohte und gefährdete Arten steigen gleichermaßen in Seltenheits- und Marktwert.

Bei einem Gesamtwert des IUU Fangs von 23 Milliarden U$ Dollar im Jahr überrascht es nicht, dass der Hauptantrieb der IUU Fischerei finanzielle Bereicherung ist. Eine große Marktnachfrage nach bestimmten Fischarten und –produkten, das Vermeiden von Abgaben und Steuern, die Nicht-Einhaltung teurer Seefahrtsregularien in Zusammenspiel mit minimalster nationaler und internationaler Rechtsdurchsetzung, ineffektiven Kontrollmechanismen und lächerlich geringen Strafen für Verstöße machen IUU gefangenen Fisch zu einer sehr wertvollen Ware. IUU Fischerei ist ein Unternehmen mit geringem Risiko und hohen Profiten.

Wer Fisch kauft, begeht das Risiko, IUU Fischerei direkt zu unterstützen. Photo: Dave Allen/NIWA, CC 4.0

Wer Fisch kauft, begeht das Risiko IUU Fischerei direkt zu unterstützen.

Jährlich wird Fisch im Wert von etwa 23 Mrd. U$ illegal gefangen. Photo: TaxCredits.net, CC 2.0

Jährlich wird Fisch im Wert von etwa 23 Mrd. U$ illegal gefangen.

 

Was wird dagegen unternommen?

Leider sind ein internationaler Mangel an politischem Willen, falsche Strategieprioritäten, Handlungsunfähigkeit und ein Mangel an Ressourcen zur Verhinderung der IUU Fischerei zu beobachten.

Aquascope will dies ändern, indem wir effektivere und kostengünstige Überwachungs- und Kontrollsysteme umsetzen!

Obwohl der Großteil der IUU Fischerei in den 200 Seemeilen weiten Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) von Küstenstaaten stattfindet, schaffen es Regierungen nicht ihre Gewässer adäquat zu verwalten und zu schützen; die Umsetzung internationaler Gesetze und Regularien auf Hoher See ist fast nicht existent.

Bislang stellt sich die Kontrolle von Fischerei als zeit- und kostenaufwendig dar und Bemühungen zur Durchführung leiden unter lückenhafter Kommunikation zwischen verschiedenen Behörden. Mit ihrem Unvermögen, den Handel von illegal gefangenem Fisch zu kontrollieren, hat die internationale Gemeinschaft die IUU Fischerei kaum eingedämmt.

 

Meeresfischerei wird kaum überwacht. Eine ganze Industrie geht fast unkontrolliert vor. Photo: Christine Bastin & Jacques Evrard, CC 2.0

Meeresfischerei wird kaum überwacht. Eine ganze Industrie geht fast unkontrolliert vor.

 

Links

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